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Freitag, 2. Oktober 2009

Wortwellenberge

Wort auf Wort türmt sich zu Wellenbergen.
Im gegenseitigen Schweigen stürzen wir in Wellentäler.
Mein Wort, das auf dein Schweigen trifft, erschafft die glatte Fläche, in der sich Harmonie spiegelt.
Oder war es umgekehrt?

Zuhören

Zuhören heißt nicht Schweigen, sondern Sehen.

Sonntag, 6. September 2009

Entweder – Oder?

Letzten Endes werden wir alle einmal tot sein.
Die Frage ist, ob wir bis dahin leben oder sterben wollen.

Montag, 17. August 2009

Tagsterben

Je älter die Zeit wird,
Desto schneller sterben die Tage.
Am Morgen gibt es keine Auferstehung
Von der Kreuzigung des Vorabends.
Jeder Tag stirbt für sich.
Allein.
Was aufersteht,
Ist ein nie gewesener Aspekt des Lichts.

Samstag, 1. August 2009

Endgültig

Die Endgültigkeit des Todes erscheint mir nicht so erschreckend, wie die eines verlorenen Tages.

Erstickte Liebe

Wenn Liebe nur um ihrer selbst Willen existiert, erstickt sie daran.

Wahres Wissen

Wahres Wissen lässt sich nicht nur in Frage stellen, sondern tut dies selber.

Getan

Nur was über das Getane hinausweist, ist es wert, getan zu sein.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Fundsache

Wir sind Fundsachen, die das Leben in der Halle der Möglichkeiten abgegeben hat, und die darauf warten, von jemandem abgeholt zu werden, zu dem sie gehören.
Es gibt nur ein lohnendes Ziel, dem man folgen kann: Die Linie des Horizonts erreichen.
Hunger und Sattsein erschlagen beide den guten Geschmack.
Des Schöpfers Genialität als Dramaturg liegt in seiner Zurückhaltung.
Alles ist nie immer gültig und ewig.
Abhängigkeit ist Gelegenheit, die ungenutzt bleibt.
Wahrer Zweifel sucht den Glauben.
Wahrer Glaube lädt den Zweifel ein, ihm zu folgen.

Montag, 15. Juni 2009

Sämtliche magische Augenblicke gebiert unser Erleben in unseren Herzen.
Der Verstand trägt sie irgendwann zu Grabe.
Sobald du das Spiel nur noch spielst, um zu gewinnen, wirst du immer verlieren. Auch wenn du gewinnst.

Samstag, 13. Juni 2009

Wer zieht die Linien deiner Horizonte?
Die Welt ist immer so groß, wie du sie sein lässt.

Montag, 25. Mai 2009

Nie wirken wir alberner als in den Momenten, in denen wir um keinen Preis albern wirken wollen.
Dein Lächeln ist ein Durstpflaster. Wenn du gehst, reißt es trockenen Schmerz in meine Zunge.

Motto

Lisboa, Lisboa, Portugal
“The aim of life is self-development. To realize one's nature perfectly--that is what each of us is here for. People are afraid of themselves, nowadays. They have forgotten the highest of all duties, the duty that one owes to one's self.” Oscar Wilde